blog

6 Jahre t3n: Warum ich gehe, obwohl es mir an nichts fehlt

Die schwerste Entscheidung meines Lebens

 

Gains auf allen Ebenen

Zu wenige neue Mitgliedschaften? Lade dir jetzt unsere Checklist:
20 Marketing-Strategien für Gyms und Personal-Trainer

it's free!
Eine Email pro Woche. Kein Spam. Pinkyswear! ✌️
High-Fives welcome!
1. März 2016

Fast auf den Tag genau, heute vor sechs Jahren, habe ich mich mit meinen Telefon-Hardsell-Skills an der Sekretärin vorbei geschummelt und mir ein Vorstellungsgespräch bei t3n verschafft.

Mehr als ein kurzes Gespräch war nicht nötig, um zu merken: In dieser Company werde ich meine nächsten Jahre verbringen. Ich sollte Recht behalten.

Die schwerste Entscheidung meines Lebens.

In diesen sechs Jahren als leitender Social-Media- & Feel-Good-Manager bei einem der spannendsten deutschen Publisher, dessen Kernthema Digital Business ist, durfte ich einiges an Erfahrungen sammeln, großartige Menschen und ihre Projekte kennenlernen und vor allem: ausprobieren. Ich hatte so viel Spaß, dass ich fast die Zeit aus den Augen verloren hätte.

Anfang des Jahres aber habe ich dann erschreckt festgestellt: Ich werde Mitte Mai 30. Grund genug und höchste Zeit, sich über die nächsten fünf bis zehn Jahre Gedanken zu machen:

  • Wo will ich in fünf oder zehn Jahren stehen?
  • Wer will ich sein?
  • Was will ich machen?
  • Und vor allem: Wie will ich das alles erreichen – und was muss ich dafür tun?

Nachdem ich mich dabei immer wieder auch gefragt habe, was mich schlussendlich von der endgültigen Selbstverwirklichung abhält, blieb eigentlich nur ein Punkt: zu wenig Zeit. Egal wie ich es gedreht und welchen Ansatz ich verfolgt habe, am Ende war sie immer das Problem – und es lag immmer bei mir. Für 99,9 Prozent der Menschen, die als Social-Media und Community-Manager arbeiten, wäre das vermutlich der beste Job der Welt. Das war es für mich auch, aber irgendwas ist passiert. Ich kann den Unternehmer in mir, die Front-Sau, den erfolgshungrigen Alex nicht länger bändigen. Der Drang, es allein und selbstständig zu versuchen und meinen ganz eigenen Weg zu gehen, ist über die Jahre so groß geworden, dass ich ihn nicht mehr zurückstellen kann – und will.

So bin ich das erste Mal auf den Gedanken gekommen, meine aktuelle – und potentielle neue – Anstellungen zu hinterfragen: „Könnte mich ein anderer Arbeitgeber mit einer Festanstellung zu 100 Prozent ausfüllen? Vielleicht liegt es ja einfach an der Länge meiner Anstellung?“ Mmmhh … vermutlich nicht. Was soll mir ein anderer Arbeitgeber geben, was t3n nicht schon perfekt abdeckt?

Kontakte sind nur für den schlecht, der keine hat. #mindset

In den vielen Jahren bei t3n habe ich natürlich auch sehr viele und sehr fähige Menschen kennengelernt. Jeder von euch, der mich etwas besser kennt, weiß, dass es für mich im Business-Kontext nichts Wichtigeres als das eigene Netzwerk gibt. So sind über die Jahre aus Business-Kontakten Freunde geworden – und Freunden hilft man natürlich gern. Das Ganze ist mir allerdings etwas über den Kopf gewachsen. Es gab Tage, da dachte ich, der Subreddit /r/marketing sei auf meine Inbox redirected worden. Also habe ich angefangen, das Netzwerk nicht mehr als Ganzes zu sehen, sondern zu differenzieren und mich auf die Leute konzentriert, die nicht in erster Linie nehmen, sondern diejenigen, die geben und die andere fördern. Mit meinen „Mastermind-Gruppen“ war ich nachhaltig in der Lage, mein Wissen an die weiterzugeben, die es verdienen – und meine Kontakte weiter zu vertiefen. Und diese kleinen „Sub-Netzwerke“ will ich in den nächsten Monaten weiter ausbauen.

Bei keinem Arbeitgeber in meiner bisherigen Karriere hatte ich jemals so viel Spielraum und Freiheiten. Ich musste mich selten bis nie für meine Handlungen rechtfertigen, hatte den Luxus der Vertrauensarbeitszeit und konnte auf ein saftiges Budget für meine teilweise weirden Ideen zurückgreifen. Der unbegrenzte Zugriff auf den immer vollen Kühlschrank, Club-Mate, outstanding Kaffee, Säfte und natürlich eine Xbox mit Fifa … (die Liste könnte ich ewig fortführen) hat das abgerundet. Aber was bringt einem fast schon grenzenloses Vertrauen in die Mitarbeiter? Richtig, Innovation! Und die haben wir abgeliefert.

Mit dem Abgang bei t3n verlasse ich nicht nur mein berufliches Zuhause, sondern auch etliche Kollegen Freunde. Eine Floskel wie „Ich verlasse das beste Team der Welt“ würde t3n bei weitem nicht gerecht werden. Man könnt meinen, dass es in einer Company, bei der man mit so vielen Leuten auf so hohem Niveau und mit so hoher Geschwindigkeit zusammenarbeitet, ständig Reibungen gibt. #Pustekuchen! Wir lachen zusammen, wir feiern zusammen und wir haben das selbe Ziel. Dabei hat das Team aber nie den Spirit verloren und auch nach zehn Jahren, in denen es t3n jetzt gibt, ist das Startup-Flair nie verloren gegangen. Ist es dann nicht unlogisch und leichtsinnig, einfach die Zelte abzubrechen? Nein, es ist nicht leichtsinnig.

Es ist geisteskrank!

Diese zwei und viele weiteren Fragen bzw. Zweifel haben mich die letzten Monate quasi nicht schlafen lassen:

  • Kann ich mich selbst versorgen ohne ein gesichertes Einkommen? Nein.
  • Was wäre das denkbar Schlimmste? Verlust der Routinen, Abbau der Reputation, ein Leben an der Armutsgrenze, chronische Unzufriedenheit.

Gegen die schier unendliche Liste an Zweifel und Fragen konnte sich nur ein einziges Argument durchsetzen:

  • Wie fühlst du dich, wenn du 70 wirst – und es nie versucht hast?

Alle Ängste dieser Welt sind in Addition nicht so groß wie diese eine: Ich schaue in 40 Jahren in den Spiegel und schäme mich vor mir selbst. Versteht mich nicht falsch: Nichts ist falsch an einem Angestelltenverhältnis – im Gegenteil. Wo hätte ich mir dieses große Netzwerk aufbauen können? Wo hätte ich mir eine solche Reputation erarbeiten können? Nur durch t3n hatte ich die Möglichkeit, mich mit ein paar der smartesten Marketer und Köpfen der internationalen Digital-Szene austauschen, mich mit ihnen zu vernetzten und von und mit ihnen zu lernen. Und dafür werde ich der Company meinen Lebtag dankbar sein.

#TakeTheRisk!

Die feste Überzeugung, gesegnet zu sein mit dem, was andere eine „Unternehmerische Denke“ nennen, gepaart mit meinem grenzenlosen Ideen-Output, meinem nicht stillbaren Wissensdurst, einer gesunden Portion Selbstvertrauen und dem Netzwerk an Machern und Macherinnen hat mich letztlich zu diesem finalen Schritt gebracht: meinen Stuhl bei t3n frei zu machen. Ganz getreu dem Motto: #TakeTheRisk! Und genau das mache ich jetzt, ohne Wenn und Aber!

Wer jetzt einen ausführlichen Pitch über meine kommenden Projekte erwartet, den muss ich enttäuschen. Mir geht hier nicht um Akquise. Dieser Text will dem vermutlich besten Arbeitgeber dieser kleinen Welt huldigen. Sonst nichts. Ich würde mich natürlich trotzdem freuen, wenn ihr Kontakt aufnehmt beziehungsweise haltet. Schickt mir gerne digitale High Fives via Twitter, Instagram (jeweils @akatona) oder Facebook – oder abonniert einfach meinen Newsletter. So bleiben wir garantiert in Kontakt. Wer also wissen möchte, was in Zukunft abgeht und womit ich mich die nächsten Monate beschäftigen werde sollte unbedingt auf akatona.de vorbei schauen und den Newsletter abonnieren!

Kommen wir zum emotionalen Part. Mit jedem aus der t3n-Truppe verbinde ich eine ganz eigene Geschichte. Das sprengt den Rahmen und interessiert euch im Zweifel auch gar nicht. Trotzdem will ich zumindest ein, zwei Sätze loswerden:

@AndyLenz (t3n Co-Founder/Mentor): Vielen, vielen Dank für alles. Für das Wissen und das Mindset, das du mir vermittelt hast, für die Kontakte, denen du mich vorgestellt hast, für dein quasi grenzenloses Vertrauen und für alles, was noch kommen wird. Du hast immer einen Platz in meinem Hinterkopf – und wenn ich euch irgendwie helfen kann: Hit me up!

@LarsBudde: Weißte selbst, oder …? :*

@t3n-Team: Jungs und Mädels – Ihr seid großartig! Ich weiß, ihr hattet es nicht immer leicht mit mir. Meine manchmal nicht allzu dezente Lache und das laute Prusten wird hoffentlich noch einige Wochen durch das t3n-HQ hallen. Ich hoffe, Ihr vermisst mich so sehr, wie ich euch. Auch Ihr könnt mir jederzeit schreiben, mich anrufen oder sonstwie Kontakt aufnehmen. Ich hoffe auf eine Weindonnerstag-Dauerkarte und erwarte eine Info über Plümecke-Gelage oder sonstige Events dieser Art! 😉

@Alle-t3n-Leser/-Abonnenten/-Fan-Boys/-Girls & Trolle: Wir hatten eine verdammt schöne und lehrreiche Zeit. Auch wenn wir nicht immer eine Meinung waren, war es in der Regel immer konstruktiv. Haltet die Ohren steif und seid lieb zu meinem Nachfolger oder meiner Nachfolgerin. (Versucht es zumindest! :P)

In diesem Sinne, ein letztes Mal:

High Five aus dem t3n-HQ!
Alex (a.k.a „aka“)

P.S.: Ich schnapp mir jetzt den Controller und zieh ein letztes Mal @larsbudde in Fifa ab! 😀 #Prost

Diese und viele weitere epische Momente werden immer bleiben:

Warum ich gehe, obwohl es mir an nichts fehlt: http://akatona.de/byebye-t3n/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

 

Gains auf allen Ebenen

Zu wenige neue Mitgliedschaften? Lade dir jetzt unsere Checklist:
20 Marketing-Strategien für Gyms und Personal-Trainer

it's free!
Eine Email pro Woche. Kein Spam. Pinkyswear! ✌️